Die Geschichten unserer Kinder

Raul

Raul

Raul war immer voller Farbe, Lebendigkeit, Freude. Ein Energiebündel, das alle und alles einwickelte und aufsaugte. Ein richtiger Lausbub.

Ein richtiger Lausbub. Er liebte Basketball, Rennen, Teller werfen und was auch immer zur Hand war; ebenfalls das an den Haaren ziehen, der Biss in die Wange und das Herunterschubsen von der Rutsche waren für ihn in Ordnung. Aber das Pommes Frites essen bei Mc Donald’s war das Höchste. Für diese erinnerte er sich immer an den Weg. Und dann gab es die Blondinen. Wer weiss warum, er hat sie immer bevorzugt.

Jahre in Turnschuhen verbracht, um mit seinem Tempo Schritt zu halten und sich von der Krankheit fernzuhalten. Aber während wir die Welt entdeckten und rannten, schwammen, ritten, assen, lachten, hat die Mukopolysaccharidose ihren Lauf genommen und stahl sein Leben, indem sie mehr und mehr den Stürzen, den vergessenen Worten, den ersten Erstickungen, dem Wettlauf ins Spital, dem Schmerz Platz machte. Heute, mit fast 17 Jahren, kann Raul nichts mehr machen: Er geht nicht, er spricht nicht, er ernährt sich über eine Maschine, erträgt ständiges Absaugen, aber er bleibt der Kämpfer von jeher. Er hat nie seinen Kampfgeist verloren, mit welchem er sich dem Leben stellt, obwohl für ihn selbst der einfache Atemzug eine große Anstrengung ist. Raul ist immer noch ein Energiebündel, wenn auch verwandelt. Aber er ist vor allem Liebe, viel Liebe. Die Liebe, die er gibt und andere lehrt zu geben, die Liebe zum Leben.

Viele Jungs träumen davon aufzufallen, während Raul gerne nur ein Junge gewesen wäre wie viele andere und stattdessen ist er ein besonderer Junge, ein Junge mit Sanfilippo. 💚