Die Geschichten unserer Kinder

Daniele

Stell dir ein ruhiges und pausbäckiges Kind vor, ein Kind, das das Leben mit Begeisterung gekostet und genossen hat. Stell dir vor, wie es tanzt, singt, spielt, läuft und Bälle rollen lässt. Stell dir eine herzliche Familie vor, die vereint und versammelt ist um dieses süsse Kind, das kleinste von vier Brüdern, das am meisten verwöhnt wird. Stell dir ein gewöhnliches Leben vor, die Summe kleiner glücklicher Momente der Normalität. Stell dir die ersten Risse vor, die ersten Zweifel, die in den Herzen der beiden Eltern aufkamen: Hyperaktivität, Langsamkeit und dann Lernunfähigkeit, die ersten Hindernisse. Stell dir die Angst vor, der Gang zu Krankenhäusern und Spezialisten, das Sammeln von Symptomen wie Einkaufspunkte. Stell dir das Erdbeben vor: eine Diagnose, die wie ein Urteil ist, eine unbekannte, gnadenlose Krankheit, die selbst schwer auszusprechen ist. Stell dir diese vereinte und herzliche Familie vor, die jetzt verstört und verloren ist. Stell dir den Bruch vor, die blutende Wunde, den stockenden Atem im Hals. Stell dir eine langsame und schwierige Zeit vor, in der Tränen trocknen, welche jedoch oft wiederauftauchen. Stell dir eine dicke, sichtbare Narbe vor, die manchmal wieder zu jucken beginnt. Stell dir das Kind vor, das das Leben gekostet hat und jetzt kaum noch selber schluckt. Stell dir trotz allem ein Lächeln vor, hartnäckige Füsse, die immer noch den Ball treten, die mutige Liebe eines Vaters, einer Mutter und dreier Brüder, die wie ein Phönix aus der Asche aufsteigt und stärker ist als je zuvor. Stell dir eine Summe weniger normaler Momente und vieler schwieriger Momente vor, dessen Ergebnis ein volles, intensives, leidendes aber erfülltes und würdevolles Leben ist. Dies ist die Geschichte von DANIELE, der jetzt vierzehn ist, und seiner Familie. Stell dir jetzt eine Hoffnung vor: Wir vertrauen sie deinen Händen an.